schützen
Geschäftsbereich «schützen»
Im Geschäftsbereich «schützen» widmen wir uns der Schadensverhütung.
Brandschutz
Periodische Betriebskontrollen
In über 380 Gebäuden führten wir im Berichtsjahr eine periodische Betriebskontrolle durch. Diese finden in einem 5-Jahresintervall in Gebäuden mit Brandmelde- oder Sprinkleranlagen sowie bei Gebäuden mit Räumen für eine grosse Personenbelegung statt. Kontrolliert werden dabei die technischen Brandschutzeinrichtungen (Sprinkleranlagen, Sicherheitsbeleuchtung etc.), die Fluchtwege sowie der organisatorische Brandschutz.
Bei der Brandschutzkontrolle stellen wir sicher, dass die Eigentümerschaft die gesetzlich vorgesehenen Unterhalts- und Sorgfaltspflichten umsetzt.
In vielen Fällen stellten wir Pflichtverletzungen fest, wobei diese mehrheitlich auf Unwissenheit der Verantwortlichen vor Ort zurückzuführen waren.
| Leistungskennwerte 2025 | Anzahl |
| Periodische Kontrollen von Blitzschutzsystemen | 3'327 |
| Abnahmen von neu erstellten Blitzschutzsystemen | 551 |
| Periodische Kontrollen von Sprinkleranlagen | 57 |
| Anzahl Subventionsgesuche | 151 |
| Höhe der ausbezahlten Subventionen | CHF 1'965’870 |
| Anzahl Bau- und Betriebsbewilligungen inkl. Nachträge | 855 |
Schulungen, Kommissionsarbeiten und eidgenössische Berufsprüfungen
Unser brandschutztechnisches Fachwissen gaben wir 2025 an diversen Schulungsanlässen weiter: für Feuerwehren sowie für Fachpersonen aus der Bauverwaltung, Bauleitung und Bautechnik.
Auf nationaler Ebene engagierten wir uns in zwei Fachkommissionen der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) sowie in einer Arbeitsgruppe, die für die Erarbeitung der neuen Brandschutzvorschriften zuständig ist.
Bei den eidgenössischen Berufsprüfungen Brandschutzfachfrau/-mann und der höheren Fachprüfung als Brandschutzexperte/-in mit eidgenössischem Diplom fungierten wir als Prüfungsexperten.
Entwicklung finanzielle Beiträge baulich-technischer Brandschutz
Unterstützung der Brandschutzbeauftragten der Gemeinden
Ein möglichst einheitlicher Vollzug der Brandschutzvorschriften im Kanton dient allen. Um dies zu erreichen, bedarf es eines regen Wissens- und Informationsaustausches zwischen Kantons- und Gemeindeverantwortlichen.
Nebst dem üblichen Kontakt via Telefon, E-Mail oder Brief haben wir die Brandschutzbeauftragten zusätzlich zu einer halbtägigen Informations- und Schulungsveranstaltung eingeladen. Den über 70 Teilnehmenden wurden die neuen Brandschutzvorschriften, die sich dannzumal in der Vernehmlassung befanden, vorgestellt.
Das Inkrafttreten der neuen Brandschutzvorschriften ist auf 2027 geplant. Des Weiteren haben wir Änderungen, Anpassungen sowie Auslegungen der aktuellen Brandschutzvorschriften besprochen.
Präventionskampagne in Kinos und öffentlichen Verkehrsmitteln
Die 2023 lancierte Printkampagne zu Brand- und Naturgefahren, die versucht, mit Halbwissen aufzuräumen sowie wertvolle Präventionstipps für den Alltag zu liefern, haben wir animiert.
Die Sensibilisierung wurde somit im Berichtsjahr als Spot in Kinos und in öffentlichen Verkehrsmitteln ausgestrahlt.
Prävention von Brandgefahren durch Shisha-Kohle
Ein wichtiges Thema ist auch die unsachgemäss entsorgte Shisha-Kohle, die Brände verursachen kann. Bereits kleine Glutreste stellen ein hohes Risiko dar. Folgende Sicherheitsregeln gilt es zu beachten:
- Shisha-Kohle immer vollständig auskühlen lassen oder mit Wasser ablöschen
- Glühende oder warme Kohle niemals in den Müll werfen
- Nur feuerfeste, hitzebeständige Behälter (z. B. Metalleimer) verwenden
- Kohle möglichst im Freien oder in nicht brennbaren Gefässen abkühlen lassen
- Erst kalte Reste über Restmüll oder Biomüll entsorgen
Diese Massnahmen helfen, damit es beim gemeinschaftlichen Vergnügen bleibt.
«Beraten, prüfen, sensibilisieren, schulen, bewilligen sowie kontrollieren: All diese Tätigkeiten des Präventionsteams haben zum Ziel, den geforderten Personen- und Gebäudeschutz sicherzustellen.»
Dieter Ebneter, Leiter Bereich Prävention
Schutz vor Naturgefahren
Fachliche Unterstützung und finanzielle Beiträge
Risiken durch Naturgefahren existieren bei bestehenden Gebäuden und Neubauten. Auch 2025 unterstützten unsere Fachexperten Gebäudeeigentümer/-innen, Bauherren, Planungsfirmen, Baubehörden sowie weitere Interessierte bei der Schadensverhütung. Unsere Beratungen nahmen gegenüber dem Vorjahr zu.
699
Beratungen zum Schutz vor Naturgefahren führten wir durch.
Entwicklung Beratungsleistungen und Beitragsgesuche Naturgefahren
2025 führten wir 699 Beratungen durch. Gegenüber 2024 entsprach das einem Plus von 18 Beratungen. Hinzu kamen zahlreiche ergänzende Beratungen zu laufenden Fällen aus Vorjahren.
Zunehmende Anfragen von Baubehörden ermöglichten uns, Planende und Bauherrschaften vermehrt für ein naturgefahrensicheres Planen und Bauen zu sensibilisieren. Damit wurden unsere Beratungsdienstleistungen bei Neu- und Umbauten wiederum rege genutzt, um Risiken aus Naturgefahren zielführend zu begegnen.
Finanzielle Beiträge an Schutzmassnahmen
Für einen wirkungsvollen Gebäudeschutz richteten wir auch im Berichtsjahr finanzielle Beiträge aus. Insgesamt zahlten wir zur Unterstützung von Gebäudeschutzmassnahmen Beiträge in der Höhe von CHF 487’356 aus; hauptsächlich betraf dies Schutzmassnahmen gegen Hochwasser und Überschwemmungen. Zudem konnten wir im Berichtsjahr weitere Beiträge in der Höhe von CHF 508’716 zusichern.
Pilotkampagne zur Sensibilisierung in Risiko-Hotspots für Hochwasser und Oberflächenabfluss
Basierend auf den Ergebnissen unserer Risikokarte führten wir in drei ausgewählten Pilotgebieten eine Sensibilisierungskampagne durch. Damit möchten wir herausfinden: Wie oder mit welchen Präventionsanstrengungen könnten wir die grössten Risiken am besten reduzieren? Dazu berieten und unterstützten wir Versicherte mit Gebäuden in den Gebieten Rorschach, St.Gallen Ost und Walenstadt in heikler Gefährdungslage wegen Hochwasser und Oberflächenabfluss (aus Starkregen).
Besonders daran war: Im Fokus standen nicht nur Gebäude mit, sondern auch ohne bisherige Schadenerfahrung. Anhand der Rückmeldungen und freiwillig umgesetzter Gebäudeschutzmassnahmen möchten wir zu einem späteren Zeitpunkt die Ausweitung der Präventionskampagne auf den gesamten Kanton prüfen.
Naturgefahrensymposium des BAFU vom 17./18. September 2025 in Luzern
Das Naturgefahrensymposium 2025 im Raum Luzern widmete sich gravitativen Naturgefahren und dem integralen Risikomanagement. In Fachreferaten, Podiumsdiskussionen und Exkursionen erhielten unsere Fachspezialisten praxisnahe Einblicke, dabei wurden ihnen auch aktuelle Neuerungen sowie erfolgreiche Umsetzungen von Massnahmen vorgestellt.
Die Veranstaltung förderte den Austausch zwischen Fachpersonen aus Verwaltung, Wissenschaft, Praxis und Politik. Ziel war es, das Wissen zu Gefahren- und Risikoanalysen sowie zu Präventionsmassnahmen, Bewältigung und Regeneration zu vertiefen und die Zusammenarbeit im Umgang mit Naturgefahren weiter zu stärken.
Letztlich zeigte der Anlass die Wichtigkeit aktueller Gefahrengrundlagen als auch der Prävention – und zwar als zentraler Pfeiler im Umgang mit Risiken.