löschen
Geschäftsbereich «löschen»
Im Geschäftsbereich «löschen» setzen wir uns für die effiziente Brandbekämpfung ein.
Feuerwehrwesen
Im Berichtsjahr hat sich die Abteilung Feuerwehr vertieft mit der Handhabung der neuen, fluorfreien Löschschäume beschäftigt; das gesamte Feuerwehr-Kader wurde im Umgang damit sensibilisiert und geschult. Ein grosses Augenmerk legten wir zudem auf die Ereignisbewältigung bei einem Erdbeben und eingestürzten Gebäuden (Trümmerrettung). Dabei haben wir zusammen mit unserem Partner KEE (Kantonales Einsatz Element) des Zivilschutzes die Zuständigkeiten und den Einsatzablauf geklärt sowie geschult.
Jugendfeuerwehr gelingt Höhenrekord in Wangs-Pizol
Am 11. Juli 2025 stellten rund 170 Jugendliche von Jugendfeuerwehren aus dem Kanton St.Gallen, dem Fürstentum Liechtenstein und einer Gast-Jugendfeuerwehr aus Deutschland einen Weltrekord im Wassertransport am Pizol auf. Sie pumpten Wasser über eine Strecke von knapp 13 Kilometern und überwanden dabei 1´683 Höhenmeter von der Talstation der Pizolbahnen in Wangs bis zum Speichersee auf dem Pizol.
Film ab!
Neue Brandschutzbekleidung für unsere Instuktorinnen und Instruktoren
Unsere Feuerwehrinstruktorinnen und -instruktoren haben auch dieses Jahr wieder viel von ihrer Freizeit in die Weiterbildung der Feuerwehrleute investiert. Ohne unser motiviertes Instruktoren-Korps könnten wir unseren gesetzlichen Auftrag der Aus- und Weiterbildung von Feuerwehrangehörigen nicht erfüllen. Im Frühling durften wir unser Instruktoren-Korps mit einer einheitlichen Brandschutzbekleidung ausrüsten. Die Freude im Korps war riesig und die Identifikation mit der GVSG und den Partnern im Vierkantoneverbund hat sich dadurch noch weiter verstärkt.
Aus dem Instruktoren-Korps
Wir freuen uns sehr, drei junge Instruktoren in unserem Korps willkommen zu heissen! Alle drei kommen aus dem Rheintal und haben den schweizerischen Basiskurs für Instruktorinnen und Instruktoren bestanden. Sie ergänzen neu unser Team.
Acht Kameraden sind aus dem Instruktoren-Korps verabschiedet worden; es sind engagierte und langjährige Instruktoren, die das Korps verlassen. Dafür durften wir vier Kameraden für zehn Jahre Instruktionstätigkeit ehren.
Kommandanten-Weiterbildung
An der Kommandanten-Weiterbildung im Oktober in Buchs konnten sich die Führungsverantwortlichen im Bereich Einsatzplanung Naturgefahren, Munitionslager und Trümmerrettung weiterbilden. Dafür konnten wir die richtigen Fachspezialisten an Bord holen, unter anderem vom Amt für Wasser und Energie (AWE), von der Betriebsfeuerwehr des Eidg. Departementes für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) und vom KEE. Auch der Nachmittag war interessant, als zwei Fachpersonen vom Amt für Raumentwicklung und Geoinformationen (AREG) die Möglichkeiten des GDI-Portals vorstellten und der Leiter des Amtes für Militär und Zivilschutz (AMZ) sein Referat «St.Gallen und der hybride Krieg» zum Besten gab.
Instruktoren-Weiterbildung
Alle drei Instruktoren-Korps der Kantone AR/AI, SG und TG trafen sich für zwei Tage in der Hafenstadt Rorschach. Auch in dieser Weiterbildung lag das Schwergewicht bei den Naturgefahren und der Trümmerrettung, zudem wurde der Methodik und Fitness Beachtung geschenkt. Für letzteres konnten wir einen Sport-Physiotherapeuten gewinnen, der selbst Feuerwehroffizier ist. Er vermittelte den Teilnehmenden auf einfache Art und Weise, wie wichtig die mentale und körperliche Fitness für Feuerwehrleute ist.
Des Weiteren wurden wieder einmal die Kenntnisse über das Bremsverhalten schwerer Feuerwehrfahrzeuge aufgefrischt, bevor es dann auf den Hügel hinaufging, um den Hangrutsch zu bewältigen. Nach dem Mittagessen gab es zwei Gruppen: Die eine machte sich zu einem Kiesplatz auf, um abzuspriessen und eine Trümmerrettung auszuführen. Die andere Gruppe fuhr Richtung Goldach, um unter dem Bahnviadukt nach Makrozoobenthos im Gewässer zu suchen.
Kader-Weiterbildungen
Die GVSG hat als Multiplikatoren für die beiden Themen «Umgang mit Löschschäumen» und «Trümmerrettung» zwei Kursstäbe erstellt. Diese wurden intensiv an je einem eintägigen Workshop geschult und trainiert. So konnte der Kursstab «neue Löschschäume» das Verhalten, Auftragen, die Wirkung und das Entsorgen im Ausbildungszentrum Riedikon unter fachkundiger Leitung einer Chemiewehrschule testen und üben.
Der Kursstab «Trümmerrettung» wurde vom KEE mit der Taktik und Bewältigung eines Erdbeben-Einsatzes vertraut gemacht. Die Schnittstellen zwischen der Feuerwehr und dem KEE sind geklärt und die gegenseitigen materiellen und personellen Ressourcen definiert. Die Feuerwehren wissen nun, wie sie auf das KEE oder auf deren Mittel zugreifen können. Die Spezialmittel des KEE sind auch für andere Einsatzbereiche anwendbar. So kann beispielsweise das Lasergerät bei einem Hangrutsch oder ein spezielles Aufklärungsgerät (Wasp) bei einsturzgefährdeten Wänden eingesetzt werden.
Beide Kursstäbe haben viel dazugelernt und einiges an neuem Wissen für künftige Kurse mitgenommen.
Aus- und Weiterbildung
Im Kursjahr 2025 fanden insgesamt 46 interkantonale Grund-, Kader- und Spezialistenkurse mit total 1'566 Teilnehmenden (Vorjahr 1'688) statt. Davon stammten 830 Teilnehmende aus dem Kanton St.Gallen. Mit den Regionalverbänden wurden zudem 21 Kader-Weiterbildungskurse durchgeführt. Hier bildeten sich 1'242 Offiziere und Unteroffiziere weiter (Vorjahr 1'146), was etwas weniger als ein Drittel aller Angehörigen der Feuerwehr (AdF) des Kantons ausmacht. Unsere Instruktorinnen und Instruktoren haben sich an 12 Kursen aus- oder weitergebildet. Dieses grosse Engagement garantiert unserem Lehrkörper, dass wir stets auf dem neuesten Stand der Technik und der Erwachsenenbildung sind.
| Aus- und Weiterbildung AdF | Ausgebildete AdF SG | Total Kurstage |
| Grundausbildung der AdF | 239 | 1'195 |
| Grundausbildung der Unteroffiziere | 117 | 585 |
| Grundausbildung der Offiziere (Stufen I – III) | 222 | 610 |
| Kommandanten-Grundausbildung | 100 | 100 |
| Weiterbildung der Unteroffiziere und Offiziere | 1'242 | 1'242 |
| Fachausbildung | 311 | 706 |
| Ausbildung der neuen Administrations-Software der Feuerwehr | 180 | 90 |
| Total | 2'411 | 4'528 |
| Aus- und Weiterbildung Lehrkörper | Ausgebildete Instruktor/-innen | Total Kurstage |
| Aus- und Weiterbildung der Instruktor/-innen | 114 | 272 |
| Fachausbildung Drittanbieter (Instruktor/-innen) | 33 | 106 |
| Total | 147 | 378 |
«Wir haben 2025 insgesamt 2'411 AdF an 4'528 Kurstagen aus- und weitergebildet. Das Pikett-Team der GVSG war bei 43 Einsätzen dabei.»
Andrea Schöb, Leiterin Bereich Intervention
Ausbildungen im OFA
Im Jahr 2025 wurden total 31 Kurse (Vorjahr 34) mit 1'143 Teilnehmenden durchgeführt (Vorjahr 1'217). Die Auswertung der Kursbeurteilungen zeigt eine hohe Zufriedenheit bei den Teilnehmenden: Der Gesamteindruck liegt bei 91.1 %, die Beurteilung der Ausbildner gar bei 98 %.
Die Einsätze der Miliz- und Berufsfeuerwehr
Im Kanton St.Gallen gibt es 50 Milizfeuerwehrorganisationen und eine Berufsfeuerwehr in der Stadt St.Gallen, welche durch eine eigene Milizfeuerwehr unterstützt wird.
Per Ende 2025 leisteten total 4'157 AdF ihren Dienst in den Milizfeuerwehren (Vorjahr 4'155). Mit einer leichten Zunahme von zwei AdF reden wir praktisch von einem Gleichstand gegenüber dem Vorjahr. Der Frauenanteil in den Milizfeuerwehren beträgt 10,1 % (420 weibliche AdF) und ist damit gegenüber dem Vorjahr (10,1 %) gleich geblieben. Die Berufsfeuerwehr besteht nach wie vor aus Männern.
Im vergangenen Jahr wurden 3'683 alarmmässige Einsätze und 590 Dienstleistungen erbracht. Insgesamt rückten die Feuerwehren 4'273 mal aus, retteten 297 Personen und 116 Tiere und unterstützten unsere Partnerorganisationen tatkräftig.
| Einsätze pro Art | Anzahl Einsätze | Stunden |
| Brandbekämpfung | 800 | 22'926 |
| Elementarereignis | 230 | 2'710 |
| Strassenrettung | 58 | 1´649 |
| Technische Hilfe | 492 | 3´598 |
| Ölwehr | 344 | 2´952 |
| Chemiewehr | 35 | 875 |
| Strahlenwehr | 1 | 2 |
| Bahnanlagen | 3 | 9 |
| BMA / unechte Alarme | 865 | 8´995 |
| Diverse Einsätze | 855 | 4´869 |
| Dienstleistungen | 590 | 4´055 |
| Total | 4´273 | 52'640 |
| Subventionsprojekte / Begünstigte | Ausbezahlte Beiträge | Anzahl Projekte |
| Feuerwehrdepot (Gommiswald) | 472´227 | 1 |
| Feuerwehrfahrzeuge (ADL Neckertal und RTL, 1 TLF St.Gallen, 1 RW Wildhaus) | 830´000 | 4 |
| Feuerwehrmaterial und Mannschaftsausrüstung | 720´000 | 51 |
| Berufsfeuerwehr | 420´000 | 1 |
| Jugendfeuerwehr | 103´500 | 13 |
| Total | 2´545´727 | 70 |
Löschwasserversorgung 2025
Für eine wirkungsvolle Brandbekämpfung ist Löschwasser nach wie vor das wichtigste Mittel und wird im Normalfall über das Versorgungsnetz der Trinkwasserversorgungen bezogen. Dies setzt voraus, dass sich die entsprechenden Anlageteile in einem leistungsfähigen und funktionstüchtigen Zustand befinden. Die Abteilung Löschwasser stellt dies in enger Zusammenarbeit mit den Wasserversorgungen sicher.
Im Berichtsjahr 2025 wurden insgesamt 239 Projekte beurteilt und mit Beiträgen unterstützt. Diese Beiträge umfassen sowohl den Ausbau als auch den Erhalt von Wasserfassungen, Reservoir-Bauten, Fernsteuerungsanlagen sowie des Leitungsnetzes inklusive Hydranten. Die acht umfangreichsten Wasserversorgungsprojekte sind in der nachstehenden Tabelle zusammengefasst.
| Grösste Versorgungsprojekte 2025 | Beitrag GVSG in CHF |
| Neubau Rhesi-Ersatzwasserversorgung, Region Rheintal | 7´603´200 |
| Neubau Reservoir Criangga, Wartau | 492´800 |
| Ausbau der Wasserversorgung Rüti, Schwanden, Hinter- und Vorderberg, Schänis | 227´000 |
| Erneuerung der Quellableitung Gamidaur bis Vermii, Vilters-Wangs | 168´800 |
| Neubau Verbindungsleitung Bazenheid-Jonschwil, Kirchberg | 142´700 |
| Neubau Grundwasserpumpwerk Tiefenbrunnen, Gossau | 142´200 |
| Hydranten-Netzerneuerung Bichwil-Bernholz-Hüppel-Dietelsberg-Zehntland, Oberuzwil | 110´500 |
| Hydranten-Netzerneuerung Gatterstrasse, Wittenbach | 103´500 |
13.3
CHF an Beiträgen haben wir an Wasserversorgungen zugesichert.
Gesamthaft wurde im Jahr 2025 eine Summe von CHF 13.3 Mio. aus dem Feuerschutzfonds zugesichert (vgl. nachstehende Grafik). Damit wurde der Durchschnitt der letzten Jahre um rund 60 % überschritten. Die einmalige Mehrbelastung von knapp CHF 5 Mio. gegenüber dem Beitragsmittel der letzten zehn Jahre steht im direkten Zusammenhang mit dem Beitrag für die Rhesi-Ersatzwasserbeschaffung, die allein über CHF 7.6 Mio. Franken beanspruchte.
Zugesicherte Beiträge Löschwasserversorgung in CHF
Hydrantenleitungen
Nach der Projektrealisierung erfolgt jeweils eine Abnahmekontrolle beziehungsweise Überprüfung, ob der Feuerwehr ausreichend Löschwasser mit genügendem Druck zur Verfügung steht. Diese bildet die Voraussetzung für die Auszahlung der zugesicherten Beiträge. Im Berichtsjahr wurden über 50 km Hydrantenleitungen gebaut und rund 360 Hydranten erstellt, welche eine effiziente Brandbekämpfung ermöglichen.
Schwer finanzierbare Wasserversorgungsprojekte
Die Abteilung Löschwasser bearbeitet zudem Beitragsgesuche für Meliorationsbeiträge des Bundes an die Erstellung, Erweiterung oder Erneuerung von schwer finanzierbaren Wasserversorgungsprojekten im Berggebiet, sofern die Bedürfnisse der Löschwasserversorgung berücksichtigt sind.
Die Beiträge richten sich nach Massgabe der Verordnung über die Strukturverbesserungen in der Landwirtschaft. Im Berichtsjahr konnten CHF 0.7 Mio. an Bundesgeldern zugesichert werden.
Fachliche Unterstützung
Zusätzlich zu den Beiträgen aus dem Feuerschutzfonds an die Erstellung und Erneuerung von Anlagen bietet die Abteilung Löschwasser auch fachliche Unterstützung an. Mit einer vorausschauenden Planung, soliden und zweckmässigen Infrastrukturanlagen, einer professionellen und wirtschaftlichen Betriebsführung sowie einem werterhaltenden Unterhalt soll die Leistungsfähigkeit und ein störungsfreier Betrieb der Wasserversorgungen langfristig gewährleistet werden.
Erkenntnisse aus Projektbeurteilungen oder aus der Prüfung der Generellen Wasserversorgungsplanung (GWP) werden dabei in Form spezifischer Handlungsempfehlungen weitergegeben. Der Fokus endet nicht an den Grenzen einzelner Versorgungsgebiete, sondern erstreckt sich über den gesamten Kanton.
Plattform Wasserversorgung
In diesem Zusammenhang steht auch die «Plattform Wasserversorgung», die unter Beteiligung der GVSG die Stärkung und Vernetzung der Wasserversorgungen im Kanton St.Gallen zum Ziel hat. Nebst der Vereinigung St.Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten (VSGP) sind kantonale Fachstellen sowie 15 Betreiber örtlicher Wasserversorgungen involviert, welche die neun Regionen vertreten.
Zudem haben sich sämtliche Wasserversorgungen in Regionalgruppen organisiert, die in direkter Verbindung zur Plattform stehen. Damit wird der Dialog zwischen den einzelnen Wasserversorgungen und mit dem Kanton sichergestellt.
Leitbild der Wasserversorgung
Unter der Leitung der Abteilung Löschwasser erfolgte im Jahr 2025 der Kick-off zur Überarbeitung des Leitbilds Wasserversorgung. Dieses soll langfristig eine ausreichende, qualitativ einwandfreie und wirtschaftliche Trink-, Brauch- und Löschwasserversorgung im Kanton sicherstellen.
Das bisherige Leitbild aus dem Jahr 2014 wird auf Basis der Betriebsdaten 2025 aktualisiert. Zudem ist die Abteilung in die Erarbeitung der kantonalen Projektumsetzung eingebunden, um die Trinkwasserversorgung in schweren Mangellagen (TWM) sicherzustellen. Dabei geht es um die Bewältigung eines flächendeckenden Ausfalls der Wasserversorgung.
Erfolgreiches Miteinander
Die seit Jahren aktiv gepflegten Kontakte mit den Mitarbeitenden der Wasserversorgungen, den Feuerwehren, den Planenden sowie den beteiligten Fachstellen bilden eine tragfähige Basis für eine gute und konstruktive Zusammenarbeit.